Was macht eine gute Immobilienfinanzierung aus?

Das Traumhaus ist gefunden, nun muss nur noch die Immobilienfinanzierung des Kaufpreises geregelt werden – und das ist für die meisten Immobilienkäufer eine komplexe Angelegenheit. Eine Finanzierungsberatung ist daher sinnvoll. Doch woran lässt sich eigentlich erkennen, ob der Berater auch etwas von seinem Metier versteht?

Die wenigsten Häuslebauer und Immobilienkäufer haben so viel Kapital zur Verfügung, dass sie ihren Wohntraum ohne Immobilienkredit verwirklichen können. Sie müssen sich also nicht nur mit komplexen Themen wie den Besonderheiten von Eigentümergemeinschaften, Bauverträgen, dem Dschungel an Fördermöglichkeiten für Bauherren herumschlagen, sondern sich auch noch um einen Kredit im deutlich sechsstelligen Bereich kümmern, der sie jahrzehntelang begleiten wird.

Auch wenn Online-Vermittler mit zahlreichen einfach zu bedienenden Rechentools und dem Service werben, mit wenigen Klicks die günstigste Baufinanzierung zu ermitteln, ziehen viele Immobilienkäufer und Bauherren eine persönliche Beratung vor. Doch leider ist damit laut einer Analyse der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2017 nicht automatisch eine exzellente Immobilienfinanzierung sichergestellt. So bieten manche Berater überteuerte Kredite an oder kalkulieren mit unrealistischen Darlehensraten. Um die Beratungsqualität besser einschätzen zu können, empfehlen die Verbraucherzentralen, beim Gespräch mit dem Finanzierungsberater auf folgende Aspekte zu achten:

 

  • Nimmt er/sie sich ausreichend Zeit für das Gespräch?

    Ein Angebot zur Immobilienfinanzierung kann nur dann sinnvoll gestaltet sein, wenn der Berater sich einen genauen Überblick über die Finanzsituation der Kunden verschafft. Mit dem reinen Abfragen von Eigenkapital und Einkommen ist es nicht getan.

  • Berücksichtigt der Berater die individuelle Situation ausreichend – etwa vorhandene Verträge?

    Eine Baufinanzierung muss maßgeschneidert sein und sollte zum Kreditnehmer passen wie ein gut sitzender Anzug. Das ist aber nur der Fall, wenn die Besonderheiten auch im Beratungsgespräch berücksichtigt werden. Das kann beispielsweise ein Bausparvertrag sein – oder eine vorhandene Lebensversicherung, die in wenigen Jahren ausläuft. Ein guter Berater geht darauf ein, wie diese Verträge genutzt werden können oder wie sie auf die veränderten Bedürfnisse angepasst werden können.

 

  • Geht er/sie ausreichend auf ein möglicherweise verändertes Einkommen ein?

    Eine Baufinanzierung läuft in der Regel über mehrere Jahrzehnte. In dieser Zeitspanne kann sich vieles ändern. Dazu gehört auch die Höhe des Einkommens der Darlehensnehmer – etwa, weil einer vorübergehend arbeitslos wird oder weil Nachwuchs geplant ist und ein Elternteil beruflich kürzer treten will. Ein guter Berater wird darauf hinweisen und beim Erstellen des Finanzierungsangebots berücksichtigen, dass die Kreditnehmer die Darlehensraten auch bei geringerem Einkommen stemmen können.

  • Weist er/sie auf Fördermöglichkeiten hin?

    In vielen Fällen erleichtern Fördermittel die Immobilienfinanzierung der eigenen vier Wände, darunter die zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Ein guter Berater kennt sich mit den Förderwegen aus, informiert seine Kunden über die verschiedenen Möglichkeiten und baut diese Förderwege auf Wunsch in die Immobilienfinanzierung ein.

 

  • Informiert er/sie über die verschiedenen Möglichkeiten der Zinsbindung?

    Eine Zinsbindung von zehn Jahren ist zwar üblich, muss aber nicht in jedem Fall ideal sein. Ein guter Berater informiert über Alternativen, die zum Kunden besser passen könnten. So kann beispielsweise eine Zinsbindung von 15 oder sogar 20 Jahren vorteilhaft sein, auch wenn der Sollzins etwas höher ist. Ein guter Berater informiert zudem über das Sonderkündigungsrecht, das Kunden bei einer Zinsbindung von mehr als zehn Jahren zusteht.

 

  • Geht der Berater auch auf die Konditionen ein, erklärt er die Finanzierung insgesamt verständlich?

    Ein Finanzierungsangebot umfasst neben dem Sollzins auch weitere Konditionen wie etwa die Bereitstellungszinsen oder Schätzkosten. Ein guter Berater klärt gut verständlich über die Vertragskonditionen und auch über die Immobilienfinanzierung im Ganzen auf.

 

Tipp: Wenn Sie einen Immobilienkauf oder Hausbau planen, sollten Sie sich auch Gedanken zur Absicherung existenzieller Lebensrisiken machen. Wie gut sind Sie bereits abgesichert, wo gibt es noch Lücken? Ein guter Berater wird Sie darauf ansprechen und individuelle Lösungsmöglichkeiten vorschlagen.