Fallstricke vermeiden, Mietvertrag prüfen!

Die Wohnungssuche gestaltet sich vielerorts nicht einfach. Umso erleichterter sind Mieter, wenn sie eine Zusage für eine Wohnung erhalten. Vor der Unterzeichnung sollten Mieter sich jedoch die Zeit nehmen, den Mietvertrag genau zu lesen und auf Fallstricke zu achten.

Die Suche nach einer geeigneten Wohnung kann sich mitunter schwierig gestalten – und so ist die Freude groß, wenn endlich ein neues Zuhause gefunden ist. Doch vor dem Einzug muss noch der Mietvertrag unterschrieben werden – und diesen sollten die künftigen Mieter genau unter die Lupe nehmen, um Fallstricke zu erkennen. Auf diese neun Punkte sollten Mieter vor Unterzeichnung des Vertrags achten:

 

1. Stimmen die Angaben zur Wohnungsgröße?

Weichen die Angaben zur Wohnungsgröße im Mietvertrag um mehr als zehn Prozent von der tatsächlichen Größe ab, dürfen Mieter die Miete anteilig kürzen. Ist die Abweichung geringer, bleiben sie auf den Mehrkosten sitzen. Enthält der Mietvertrag keine Quadratmeterzahl, ist eine Korrektur der Miete nicht möglich.

 

2. Ist die Miete angemessen oder zu hoch?

Ob die vereinbarte Miete angemessen oder zu hoch ist, lässt sich anhand des örtlichen Mietspiegels feststellen. Gilt in der Region die Mietpreisbremse, darf die Miete bei Neuvermietung maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

 

3. Handelt es sich um eine Staffel- oder Indexmietvertrag?

Staffelmietverträge sehen vor, dass sich die Miete in einem bestimmten Zeitabstand automatisch um einen fest vereinbarten Betrag erhöht. Bei Indexmietverträgen hängt die Mieterhöhung von der Entwicklung der Lebenshaltungskosten ab. Zwar müssen sich Mieter bei solchen Verträgen von vornherein auf steigende Mieten einstellen, dafür müssen sie keine ordentlichen Mieterhöhungen fürchten. Das kann je nach Entwicklung der Mietpreise unterm Strich günstiger sein.

 

4. Sind die Nebenkosten sinnvoll kalkuliert?

Wenn eine Betriebskostenpauschale vereinbart wurde, zahlen Mieter diese unabhängig vom Verbrauch. Das ist nachteilig, wenn sie im Vergleich zum tatsächlichen Verbrauch zu hoch angesetzt ist. Sind Vorauszahlungen anhand des Verbrauchs vorgesehen, sollte darauf geachtet werden, dass sie realistisch kalkuliert sind. So lassen sich überhöhte Vorauszahlungen und hohe Nachzahlungen vermeiden.

 

5. Wer zieht ein?

Wer soll im Mietvertrag stehen? Das sollte vor Unterschrift geklärt werden. Zieht beispielsweise ein Ehepaar ein und unterschreiben beide, können sie auch nur gemeinsam den Mietvertrag kündigen. Zieht einer aus und stimmt der Vermieter nicht zu, haftet er weiterhin für die Zahlung der Miete. Wichtig: Wer jemanden stillschweigend mit einziehen lässt und es versäumt, dafür die Erlaubnis vom Vermieter einzuholen, riskiert schlimmstenfalls die fristlose Kündigung.

 

6. Ist der Mietvertrag befristet?

Bei Zeitmietverträgen ist Vorsicht geboten, da eine vorzeitige Kündigung nicht möglich ist. Allerdings ist nur eine begründete Befristung rechtswirksam. Fehlt die Begründung, kann der Mieter jederzeit mit einer Frist von drei Monaten kündigen und das Mietverhältnis endet mit Ablauf der Frist nicht.

 

7. Welche Regelung gilt für Klein- und Schönheitsreparaturen?

Grundsätzlich gilt, dass Kleinreparaturen sich nur auf häufig genutzte Gegenstände beziehen dürfen und die vom Mieter zu tragenden Kosten klar festgelegt sein müssen. Zu Schönheitsreparaturen gilt, dass Klauseln zu festen Fristen für solche Arbeiten unwirksam sind.

 

8. Welche Kündigungsfristen gelten?

Vorsicht, falls der Mietvertrag eine Kündigungsausschlussklausel enthält: Ein solcher Kündigungsverzicht sieht vor, dass Mieter und Vermieter während der genannten Frist nicht kündigen dürfen. Davon profitiert in der Regel nur der Vermieter, der ohnehin nur bei Vorliegen eines gesetzlichen Kündigungsgrunds (Beispiel: Eigenbedarf) kündigen darf.

 

9. Wurden alle Mängel erkannt und benannt?

Gekauft wie gesehen – das gilt nicht nur für Gebrauchtwagen, sondern auch für Mietwohnungen. Sprich: Wer bei der Wohnungsbesichtigung Mängel erkennt und diese stillschweigend hinnimmt, darf zwar später die Reparatur fordern, aber nicht die Miete mindern.