Erschließungskosten – Was ist das? Und womit muss ich rechnen?

Erschließungskosten sind einmalige Kosten, die beim erstmaligen Bebauen eines Grundstücks anfallen. Sie sind eine Kommunalabgabe, deren Höhe von Gemeinde zu Gemeinde variiert. Die Gemeinde stellt hierbei die Kosten für die Anbindung des geplanten Neubaus an die Kanalisation, Strom, Gas und andere technische Anbindungen dem Grundstückseigentümer in Rechnung. Im Gegenzug werden alle Kabel und Rohre bis an die Grundstücksgrenze gelegt (technische Erschließungskosten).

Auch an den Kosten für den Straßenbau, Gehweg und öffentliche Grünflächen kann die Gemeinde den Grundstückseigentümer beteiligen (verkehrsmäßige Erschließungskosten). Nach §29 Baugesetzbuch darf der Kostenanteil für den Grundstückseigentümer maximal 90 Prozent betragen.

 

WICHTIG:
Achten Sie beim Grundstückskauf darauf, ob das Grundstück schon (ganz oder teilweise) erschlossen ist!
Nur so können Sie entscheiden, ob die zusätzlich anfallenden Kosten in Ihren finanziellen Rahmen passen.

 

Welche Erschließungskosten gibt es?

  • Kanalisation
  • Trinkwasserversorgung
  • Stromnetz
  • Gasversorgung
  • Kabelfernsehnetz
  • Telefonnetz
  • Örtliches Verkehrsnetz (Straßen-, Bürgersteigherstellung, Straßenbeleuchtung, etc.)

 

Brauche ich das alles? Und wie hoch sind die Erschließungskosten?

Die Gebührenstaffeln sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Auch die Entfernung des Neubaus zum nächstgelegenen Anschluss ist ausschlaggebend für die Höhe der Erschließungskosten. Aufgrund der Variablen kann die Höhe der Kosten für die Erschließung also nicht pauschal im Voraus angegeben werden.

Dennoch gibt es Richtwerte zur Orientierung:

  • Kanalisation
    Das Abwasser muss in die Kanalisation abgeleitet werden.
    Kosten: 4.000 bis 5.000 Euro

 

  • Trinkwasserversorgung
    Kein Haus kann ohne Wasser auskommen.
    Kosten: 2.000 bis 5.000 Euro

 

  • Stromnetz
    Ebenso wie Wasser ist auch Strom elementar wichtig. Auch wenn Sie auf Photovoltaik setzen, ist ein Stromanschluss unverzichtbar.
    Kosten: 2.000 bis 3.000 Euro

 

  • Gasversorgung
    Ein Gasanschluss wird nicht zwingend benötigt. Wird alternativ auf andere Energien zurückgegriffen, um das Gebäude zu heizen, entfallen diese Kosten.
    Kosten: bis rund 2.000 Euro

 

  • Kabelfernsehnetz und Telefonnetz
    Wenn Sie als Eigentümer den Fernsehempfang über Satelliten nutzen und keinen Festnetzanschluss, sondern nur das Mobilfunknetz per Handy verwenden, fallen diese Kosten weg. Grundsätzlich sind dies die geringsten Kosten.
    Kosten: wenige 100 bis 1.000 Euro

 

  • Örtliches Verkehrsnetz (Straßen-, Bürgersteigherstellung, Straßenbeleuchtung, etc.)
    Kosten: nicht bezifferbar

 

Um ganz sicher zu gehen und genau kalkulieren zu können, fragen Sie am besten bei den Versorgungsunternehmen Ihrer Region direkt nach. Die Preise können sehr variieren.

 

Zusätzliche Kosten

Der Vollständigkeit halber möchten wir Sie noch auf weitere Kosten aufmerksam machen, die Sie im Zusammenhang mit der Erschließung berücksichtigen müssen.

 

Vermessung

Bei der Wandlung von Bauerwartungsland in Bauland, spätestens jedoch mit Bauantrag, müssen Sie das Grundstück vermessen lassen. Die Vermessung umfasst folgende Positionen:

  • Amtlicher Lageplan mit 3 Ausführungen
  • Objektbezogener Lageplan
  • Lage- u. Höhenprüfung
  • Gebäudeeinmessung
  • Feinabsteckung
  • Gebühr der Vermessungsunterlagen

Kosten: 2.000 bis 3.000 Euro

 

Bodengutachten

Manchmal ist vor Baubeginn ein Bodengutachten sinnvoll oder auch notwendig. Zum Beispiel in Bezug auf den Grundwasserspiegel, wenn das Grundstück in Gewässernähe liegt.

Kosten: 500 bis 800 Euro

 

Und noch ein Hinweis: Erschließungskosten lassen sich nicht auf Mieter umlegen, sie müssen immer von den Eigentümern selbst getragen werden.

 

Alle Angaben dienen nur als Anhaltspunkte und sind regional unterschiedlich.

 

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