In der Regel haben Eigentümer von Immobilien zu ihrem eigenen Haus oder ihrer eigenen Wohnung eine über die Jahre gewachsene emotionale Bindung entwickelt. Viele Menschen möchten deshalb auch in fortgeschrittenem Alter in den vertrauten vier Wänden wohnen bleiben. Jedoch wird der individuelle Wohnkomfort in diesem Lebensabschnitt häufig durch Hindernisse wie Treppenstufen oder schmale Türen vermindert. Viele Aspekte müssen Sie beim altersgerechten Wohnen beachten. Doch worauf kommt es genau beim „Wohnen im Alter“ an?

„Mit zunehmendem Alter ist die Mobilität oftmals eingeschränkt. Somit ist es besonders wichtig, dass sowohl im Flur als auch im Treppenhaus genügend Platz für Rollator oder Rollstuhl vorhanden ist“, erklärt Christian Müller, Geschäftsführer des Karlsruher Immobilienunternehmens Hust & Herbold, und empfiehlt: „Achten Sie im Hinblick auf das „Wohnen im Alter“ darüber hinaus darauf, dass die Türen im Haus breit genug und die Türschwellen barrierefrei sind. Auch sollte der Einbau eines Treppenliftes geprüft werden.“

Sind darüber hinaus Umbaumaßnahmen fürs „Wohnen im Alter“ sinnvoll? So kann zum Beispiel ein leerstehender Raum zu einer Einliegerwohnung modifiziert werden, in die dann eine Pflegekraft untergebracht werden kann. Je nach Umfang der bevorstehenden Maßnahmen können die damit verbundenen Kosten schnell hoch werden.

Ist keine gute ÖPNV-Anbindung vorhanden? Sind Ihre Kinder aus dem Haus? Sind Garten oder Haus zu groß für die eigenen Bedürfnisse? Stimmen Wohn- und Lebenssituation nicht mehr überein? Dann stellt sich fürs „Wohnen im Alter“ häufig doch die Frage nach dem Verkauf oder der Vermietung der eigenen Immobilie und dem Umzug in eine stadtnahe Wohnung.

„Beim Verkauf haben Sie den Vorteil, dass danach keinerlei Verpflichtungen, wie etwa Instandhaltungskosten, mehr vorhanden sind“, so Müller und führt aus: „Demgegenüber bietet die Vermietung den Vorteil, dass die Immobilie im Familienbesitz bleibt und somit Kindern oder Enkeln zur Verfügung steht.“

Entscheiden Sie sich nicht für einen Verkauf, sollten Sie frühzeitig klären, was mit der Immobilie passiert, wenn einer der Ehepartner verstirbt und beide als Immobilieneigentümer eingetragen sind. In dem Zusammenhang ist es ratsam, ein so genanntes „Berliner Testament“ bei einem Notar aufsetzen zu lassen. Die Ehepartner werden hier zunächst jeweils als Alleinerben eingesetzt und die Kinder erben erst nach dem Tod beider Elternteile. Damit wird die Komplikation einer Erbengemeinschaft umgangen. Von großer Bedeutung ist dabei die Vorsorgevollmacht für den Ehepartner. Ansonsten ist dieser, wenn dem anderen Ehepartner etwas zustößt, handlungsunfähig.