Aufgrund der Corona-Krise und dem damit einhergehenden ersten Lockdown im Frühjahr 2020 arbeiten deutlich mehr Arbeitnehmer von zu Hause aus. „Homeoffice“ ist in den Alltag vieler Menschen eingezogen. Vorher sowohl für viele Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber oftmals schwer vorstellbar, so wurde doch schnell klar: das ist in dieser Pandemie – wo auch immer umsetzbar – unumgänglich. Und zum Erstaunen vieler – es funktioniert! In vielen Unternehmen viel besser als von vielen erwartet und viel besser als von vielen gedacht.

Aktuell hat das Bundeskabinett die Corona-Arbeitschutzverordnung erneut bis 30. April 2021 verlängert.

 

Aber was bedeutet die neue Homeoffice Situation für mich als Arbeitnehmer – wie sieht es steuerlich aus?

Lange Arbeitswege und die damit steuerlich ansetzbaren Fahrtkosten (Pendlerpauschale) entfallen oftmals, dafür steigen Stromkosten oder wir kaufen einen Schreibtisch, einen zusätzlichen Bildschirm oder schnelleres Internet.

 

Welche Kosten, die aufgrund vom Homeoffice entstanden sind, kann ich in meiner Einkommensteuererklärung 2020 und 2021 ansetzen?

Die bisherige Regelung ließ einen Ansatz der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer bei der Einkommensteuererklärung nur zu, wenn ein geeignetes Zimmer vorhanden war, dass ausschließlich oder nahezu ausschließlich für betriebliche/berufliche Zwecke genutzt wird. Voraussetzung war auch, dass es eine räumliche Trennung zwischen Wohnbereich und häuslichem Arbeitszimmer gab und dass Sie hier „regelmäßig und überwiegend tätig“ sind. Heißt also die Arbeitszeit vor allem hier erbracht wird. Nur dann waren die Kosten voll abzugsfähig. Das heißt also die liebevoll eingerichtete Schreibtischecke im Wohnzimmer oder der Laptop auf dem Esstisch waren nicht ansetzbar.

Im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2020 hat der Gesetzgeber nun aber eine Möglichkeit geschaffen auch dann eine Homeoffice-Pauschale steuerlich in Abzug zu bringen. Für jeden Tag Homeoffice gibt es eine Steuerpauschale von fünf Euro – allerdings nur für maximal 120 Tage im Jahr, also insgesamt höchstens 600 Euro. Dieser Betrag wird vom Einkommen abzogen – das zu versteuernde Einkommen verringert sich und die darauf zu zahlenden Steuern reduzieren sich.

Aber Achtung – im Gegenzug entfällt für den Homeoffice-Tag die Pendlerpauschale. Somit werden nicht alle von der Regelung profitieren.

 

Für wen lohnt sich die neue steuerliche Regelung zum Thema Homeoffice?

Nur wer in Summe mit seinen Werbungskosten inklusive Homeoffice-Pauschale über 1000 Euro kommt wird extra entlastet. Das heißt also der Einzelfall ist zu prüfen.

Hintergrund: Die Homeoffice-Pauschale zählt wie die Pendlerpauschale zu den Werbungskosten in der Steuererklärung. Werbungskosten sind Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Berufsausübung stehen, d.h. hierzu zählen auch Arbeitskleidung oder Weiterbildungen aber eben auch der Kauf eines Bürostuhls oder einer Webcam, eines Druckers oder gar eines PCs fürs Homeoffice, wenn nicht vom Arbeitgeber gestellt.

1000 Euro pro Jahr werden für jeden pauschal angerechnet – egal, ob die Ausgaben nachgewiesen werden oder nicht. Erst wer also über diesen Betrag kommt wird zusätzlich entlastet.

 

Unser Tipp für Sie

Kein Nerv sich auch noch mit der Steuer zu befassen? Das Thema Arbeitszimmer und Steuer ist Ihnen zu komplex und neu? In unserem Dienstleister- und Handwerker-Portal finden Sie zuverlässige Experten aus dem Bereich Steuer und Recht, die Ihnen zuverlässig zur Seite stehen. Melden Sie sich auf unserem Portal an und beauftragen Sie den Experten Ihrer Wahl als VIP Kunde.

 

Zum Dienstleister-Portal