Die Tür ist zugeschlagen und der Schlüssel liegt in der Wohnung oder im Haus. Der Nachbar mit dem Zweitschlüssel für alle Fälle ist natürlich auch gerade im Urlaub. Jetzt ist guter Rat teuer. Denn in solchen Situationen bleibt häufig nur die Hilfe eines professionellen Schlüsseldienstes. Und das kann schnell ins Geld gehen. Die Preise für den Schlüsseldienst können zwar durchaus sehr unterschiedlich sein, doch mit bis zu 150 Euro an einem normalen Werktag muss man rechnen.

 

Da ist es ein kleiner Trost, dass Sie die Kosten für einen professionellen Schlüsseldienst als haushaltsnahe Handwerkerleistung von der Steuer abgesetzen können. Dafür ist alledings auf folgendes zu achten, erläutert Erich Nöll, Geschäftsführer des BVL:

  • „Der Schlüsseldienst muss im Haushalt oder im näheren häuslichen Umfeld des Steuerpflichtigen tätig geworden sein. Neben der Haus- oder Wohnungstür kommen beispielsweise auch die Kosten für das Öffnen von Garagen- oder Gartentür infrage.
  • Der Steuerpflichtige muss über eine ordnungsgemäße Rechnung des Schlüsseldienstes verfügen und
  • Den Rechnungsbetrag per Überweisung oder Kartenzahlung beglichen haben, damit ein entsprechender Zahlungsbeleg vorliegt. Barzahlungen werden nicht akzeptiert.“

 

Das kann ein Problem sein, wenn der Schlüsseldienst sofortige Barzahlung verlangt. Nöll: „Die betroffenen Personen sollten bereits bei telefonischer Beauftragung des Dienstes erfragen, dass sie nicht bar zahlen können oder möchten und ob eine unbare Zahlung möglich ist. Verfügt der Schlüsseldienst über ein mobiles Gerät zur Kartenzahlung oder erklärt er sich mit einer Überweisung einverstanden, ist auch diese Hürde genommen. Das Finanzamt erstattet dann 20 Prozent der angefallenen Arbeits- und Anfahrtskosten. In dem selteneren Fall, dass der Einbau eines neuen Schlosses erforderlich ist, sind diese Materialkosten nicht absetzbar. Sie können maximal pro Kalenderjahr 1.200 Euro Steuerermäßigung für haushaltsnahe Handwerkerleistungen geltend machen.