Studie: Kaufen ist sinnvoller als mieten

Angesichts der seit Jahren steigenden Kaufpreise für Wohnimmobilien stellt sich vielen Mietern trotz der niedrigen Baufinanzierungszinsen die Frage, ob sich ein Kauf überhaupt noch lohnen könnte. Dieser Frage ist das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) nachgegangen – und die Antwort lautet: Ja, Kaufen macht nach wie vor Sinn. So haben die Forscher ermittelt, dass die Wohnkosten 2019 bei Selbstnutzern gegenüber Mietern im Bundesdurchschnitt um fast 50 Prozent niedriger waren. Im Schnitt zahlen Selbstnutzer pro Monat und Quadratmeter 4,94 Euro an Wohnkosten, Mieter müssen hingegen durchschnittlich 9,61 Euro berappen.


Kauf schlägt Miete auch in den Metropolen

Für die Analyse wurden 401 Städte und Kreise untersucht. Für 90 Prozent ergab die Auswertung, dass Käufer besser als Mieter fahren. Sogar in den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf lohnt der Kauf demnach – allerdings variiert der Kostenvorteil stark. Am höchsten ist die Einsparung mit knapp 60 Prozent in Köln, gefolgt von Düsseldorf mit 59 Prozent, Frankfurt mit 56 Prozent und Stuttgart mit 51 Prozent. Weniger ausgeprägt ist der Kostenvorteil in München, wo er 46 Prozent beträgt. In Hamburg sparen Eigentümer gegenüber Mietern rund 44 Prozent. In der Bundeshauptstadt Berlin ist die Ersparnis mit 35 Prozent am geringsten.


Ersparnis von Selbstnutzern ist gestiegen

Das IW hat die Studie zum fünften Mal im Auftrag der Accentro Real Estate AG durchgeführt. Gegenüber früheren Studienergebnissen ist die Ersparnis von Eigentümern deutlich gestiegen, wie die Zahlen belegen. So zahlen Selbstnutzer im Vergleich zu 2017 pro Quadratmeter lediglich 14 Cent mehr. Mieter zahlen währenddessen im Schnitt 2,45 Euro mehr berappen müssen. Insgesamt lag der Kostenvorteil im Bundesdurchschnitt seinerzeit bei rund einem Drittel. Für München wurden lediglich 26 Prozent ermittelt. „Durch den Zinseinbruch für Hypothekendarlehen sind die bereits zuvor sehr günstigen laufenden Kosten für Wohneigentümer noch einmal gesunken. Zwar sind die Kaufpreise weiter gestiegen, jedoch nicht in einem so hohen Maße, dass sie die Einsparungen übertreffen konnten“, begründet das IW diese Entwicklung zugunsten von Eigentümern. Zu den untersuchten Fragestellungen gehörte auch, inwieweit steigende Zinsen die Attraktivität von Wohneigentum beeinflussen.

Um diese Frage zu beantworten, hat das IW Kaufpreise und Mieten für eine 100-Quadratmeter-Wohnung untersucht und dabei unterstellt, dass der Kauf mit 20 Prozent Eigenkapital erfolgt – dem empfohlenen Betrag für eine solide Baufinanzierung. Außerdem haben Sie die Erwerbsnebenkosten sowie Kosten für die Instandhaltung und die Finanzierung berücksichtigt. Dabei wurde unterstellt, dass ein Volltilgerdarlehen aufgenommen wird, das in 25 Jahren vollständig zurückgeführt ist.


Trotz Coronakrise: Kein Preiseinbruch zu befürchten

Die Gefahr eines Corona-bedingten Einbruchs der Preise für Wohneigentum hat das IW ebenfalls untersucht.  Das IW kommt zu dem Ergebnis, dass in Kreisen, in denen besonders von der Krise betroffene Branchen, wie etwa der Tourismus, weitere Preisanstiege wenig wahrscheinlich seien. Für den Süden Deutschlands sehen die Studienautoren Risiken für Preisanpassungen, während sie im Osten Miet- und Preissteigerungen für möglich halten. Einen regelrechten Einbruch der Märkte – wie zu Beginn der Coronakrise vielfach befürchtet – erwarten sie hingegen nicht.


Viele Mieter können trotz guter Rahmenbedingungen nicht kaufen

Einen Haken hat die Vergleichsrechnung laut IW allerdings: Selbst wenn Mieter die Vorteile des Wohneigentums erkennen und eine Immobilie kaufen wollen, können sie diesen Wunsch oft nicht umsetzen. Die Eigenkapitalanforderungen, gepaart mit hohen Erwerbsnebenkosten, machen es vielen Kaufwilligen unmöglich, Eigentum zu erwerben. Ein Beispiel: Wer in Berlin eine 100-Quadratmeter-Wohnung erwerben will, muss laut Studie im Schnitt rund 520.000 Euro zahlen. Einschließlich Nebenkosten sind es fast 600.000 Euro. Allein die Kaufnebenkosten belaufen sich auf rund 80.000 Euro, die mit Eigenkapital finanziert werden müssen. Und um günstige Finanzierungskonditionen zu erhalten, müssten weitere 100.000 Euro an Eigenkapital zur Verfügung stehen.

 

Unsere Tipps für Sie:

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