In vier Schritten zum passenden Grundstück

Wer ein Haus bauen will, muss sich zunächst auf die Suche nach einem passenden Grundstück begeben. Dabei gilt es, nicht nur auf die Lage und den Preis zu achten. Die vier Schritte zum Wunsch-Grundstück.

Welches Haus darf es denn sein? Diese Frage stellt sich wohl jeder Bauherr am Anfang seiner Planung. Und sie ist auch im Zusammenhang mit dem Grundstück wichtig, auf dem Sie das Traumhaus errichten wollen. Denn längst nicht immer erlaubt der Bebauungsplan die Umsetzung individueller Vorstellungen vom Eigenheim. Üblich sind oftmals stattdessen genaue Vorgaben dazu, wie das Haus auszusehen hat, wie groß es ist und wo genau es auf dem Grundstück errichtet werden soll. Die vier wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Traumgrundstück:

 

Schritt 1: Wunsch-Wohnort festlegen

Insbesondere in den Speckgürteln oder direkt in den Großstädten gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Bauplatz oftmals schwierig. Daher ist es empfehlenswert, gegebenenfalls auch Alternativen in Erwägung zu ziehen und den Suchradius gegebenenfalls zu erweitern. Dabei sollte unter anderem auf Punkte wie die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, den Arbeitsweg und die allgemeine Infrastruktur vor Ort geachtet werden.

 

Schritt 2: Angebot sondieren

Nicht immer ist das erste ist auch das beste Angebot. Daher sollte die Suche möglichst breit angelegt werden. Dabei stehen mehrere Möglichkeiten zur Wahl:

 

  • Immobilienmakler

    Immobilienmakler vermitteln nicht nur Häuser und Wohnungen, sondern auch Grundstücke. Wer auf die Unterstützung durch einen Makler zurückgreift, zahlt für diesen Service je nach Region derzeit noch bis zu 7,14 Prozent Maklercourtage (einschließlich Mehrwertsteuer).

 

  • Immobilienportale

    Auf den gängigen Immobilienportalen werden auch Grundstücke angeboten. Nicht alle werden von Privat angeboten, vielfach listen auch Makler dort Grundstücke.

 

  • Kommunen

    Gerade in wachsenden Kommunen gibt es oftmals geplante oder bereits ausgewiesene Neubaugebiete, die mitunter zu guten Konditionen angeboten werden. Es lohnt sich daher, in den Gemeinden anzufragen, die als Wohnsitz in die engere Wahl kommen.

 

  • Bauträger

    Vielfach sichern sich Bauträger attraktive Grundstücke und bebauen diese dann gemäß der Vorstellungen des Erwerbers. Bei dieser Form des Grundstückserwerbs steht also von vornherein fest, mit wem der Hausbau erfolgt. Die Modalitäten zum Grundstückskauf und zum Bauvorhaben werden im Bauträgervertrag vereinbart.


Schritt 3: Grundstück auswählen

Ein Grundstück nach den eigenen Vorstellungen ist gefunden – worauf sollte vor dem Kauf geachtet werden? Zunächst einmal ist es wichtig, anhand des Bebauungsplans herauszufinden, welche Bauvorschriften einzuhalten sind. Dieser kann teils online eingesehen werden, ansonsten sind die örtlichen Bauämter die richtige Anlaufstelle. Der Bebauungsplan ist vor allem dann wichtig, wenn der geplante Neubau optisch stark von der üblichen Bebauung abweicht – oder wenn es sich beispielsweise um ein Plusenergiehaus handelt, das die Ausrichtung des Gebäudes nach Süden erfordert.

Bei der Entscheidung sollte auch noch einmal die direkte Umgebung des Grundstücks in Augenschein genommen werden: Wo befindet sich der nächste Supermarkt, die nächste Bushaltestelle? Gibt es Kitas mit Öffnungszeiten, die zu den Arbeitszeiten passen? Gibt es Lärmquellen in der direkten Nachbarschaft? Und – wichtig vor allem in Neubaugebieten: Was sieht der Bebauungsplan insgesamt vor?

Passt das Grundstück auch in dieser Hinsicht zu den Wunschvorstellungen, sollte auch der Grundbucheintrag geprüft werden: Ist beispielsweise ein Wegerecht oder eine andere „Last“ im Grundbuch eingetragen? Darüber hinaus ist es wichtig zu klären, inwieweit mit Altlasten auf dem Grundstück zu rechnen ist. Das finden Bauherren gegen Gebühr über eine Anfrage beim Altlastenkataster heraus.

 

Schritt 4: Kostencheck

Vor der endgültigen Entscheidung zum Grundstückskauf sollte im letzten Schritt auch noch einmal geprüft werden, welche Baunebenkosten für das Grundstück anfallen. Dafür ist es wichtig zu erfahren, inwieweit es bereits erschlossen ist oder ob beispielsweise Kosten für den Anschluss an die Kanalisation anfallen. Dazu erteilen unter anderem die Versorgungsunternehmen für Energie, Wasser und Telekommunikation Auskunft. Auch ist es ratsam, einen Sachverständigen mit einem Bodengutachten zu beauftragen. Das ist hilfreich für die Hausplanung – etwa hinsichtlich der Frage, ob ein Keller infrage kommt oder nicht.