Was ist beim Finanzierungsangebot wichtig?

Viele Bauherren und Immobilienkäufer setzen in puncto Baufinanzierung auf die persönliche Beratung. Doch die fällt in manchen Fällen eher enttäuschend aus. Woran sich ein fundiertes Finanzierungsangebot erkennen lässt.

Mal eben einen Kreditvertrag über 300.000 Euro online abschließen? Viele Online-Portale suggerieren, dass das alles doch gar kein Problem sei. Doch wer sich nicht exzellent mit dem Thema Immobilienfinanzierung auskennt, sollte davon lieber die Finger lassen. Schließlich kann eine unbedacht geplante Baufinanzierung schlimmstenfalls dazu führen, dass sich die Immobilienkäufer oder Bauherren übernehmen und der Traum von den eigenen vier Wänden an den falsch eingeschätzten finanziellen Möglichkeiten scheitert.

Es ist daher sinnvoll, auf fachlichen Rat zu setzen und sich persönlich beraten zu lassen. Die Crux daran: Nicht jedes Finanzierungsangebot hält, was sich der Kunde von ihm verspricht – nämlich gute Konditionen unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse. So beschränken sich manche Berater lediglich darauf, ein Konditionenangebot zu unterbreiten und kurz die Eckdaten wie Sollzins, monatliche Darlehensraten und die Tilgungsdauer zu erläutern.

Ein ganzheitliches Finanzierungskonzept beschränkt sich jedoch nicht ausschließlich auf das Finanzierungsangebot, sondern enthält auch für den Kreditnehmer sinnvolle Bausteine zur Absicherung existenzieller Lebensrisiken. Denn nur so lässt sich sicherstellen, dass die Darlehensraten auch bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Krankheit oder Tod gezahlt werden können. Ein realistisch kalkuliertes Finanzierungsangebot enthält daher nicht nur Angaben zur reinen Darlehensrate, sondern auch zu den monatlichen Kosten für folgende Absicherungsbausteine:

 

  • Absicherung im Todesfall

    Insbesondere für Familien mit kleineren Kindern ist es wichtig, für den Fall vorzusorgen, dass der Hauptverdiener stirbt und der Hinterbliebene mit den Kindern nicht in der Lage ist, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Zu einer fundierten Beratung gehört daher auch die Aufklärung über Absicherungsmöglichkeiten für diesen Fall – etwa in Form einer Risikolebensversicherung. Im Gespräch kann auch geklärt werden, welche Versicherungssumme sinnvoll ist. Sie sollte mindestens so gewählt werden, dass der Immobilienkredit bezahlt werden kann. So wird sichergestellt, dass die Hinterbliebenen in der gemeinsamen Immobilie wohnen bleiben können.

 

  • Absicherung bei Berufsunfähigkeit

    Einer von fünf Arbeitnehmern in Deutschland wird im Laufe seines Erwerbslebens berufsunfähig. Das bedeutet keineswegs automatisch, dass die Deutsche Rentenversicherung dann eine Erwerbsminderungsrente zahlt. Hinzu kommt, dass diese oftmals deutlich niedriger ausfällt als das bisherige Einkommen. Um sich gegen dieses Risiko abzusichern, ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung – kurz: BU-Versicherung – sinnvoll.

 

  • Absicherung bei Krankheit

    Vielfach geht der Berufsunfähigkeit eine längere Erkrankung voraus – und bereits dies kann schlimmstenfalls zu finanziellen Schwierigkeiten führen, denn das Krankengeld kann je nach Einkommen deutlich niedriger als das Nettogehalt ausfallen. Das gilt vor allem für Gutverdiener, deren Brutto oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Noch gravierender ist eine längere Erkrankungen für Selbständige, da für sie die Lohnfortzahlung in den ersten sechs Wochen entfällt. Mit einer Krankentagegeldversicherung lässt sich das Risiko von Einkommenseinbußen reduzieren.

 

Tipp: Woran Sie eine gute Finanzierungsberatung außerdem erkennen, erfahren Sie in unserem Beitrag „Was macht eine gute Immobilienfinanzierung aus?“. Ein guter Berater wird Sie außerdem auch darüber informieren, welche Versicherungen für Immobilieneigentümer empfehlenswert sind.