Die Bank vor Ort: Ein Auslaufmodell?

Technische Möglichkeiten wie Videochats und Postident-Verfahren per App machen den Besuch einer Bankfiliale mittlerweile überflüssig. Doch es spricht aus Kundensicht vieles dafür, auf die Beratung in einer Bank vor Ort zu setzen.

Es ist noch nicht allzu lange her, da mussten Kunden von Direktbanken zumindest noch den Weg zur Postfiliale antreten, um das für eine Kontoeröffnung notwendige Postident-Verfahren durchzuführen. Dies ist nun anders. Mittlerweile ist nicht einmal mehr das nötig, um Kunde zu werden – Videochats per App oder Computer machen es möglich. Haben Banken vor Ort angesichts dieses bequemen Weges, die Dienstleistungen von Direktbanken zu nutzen, bei Verbrauchern überhaupt noch eine Chance? Zweifellos ja, denn vieles spricht aus Kundensicht – insbesondere für Häuslebauer – auch in Zeiten des Online-Banking für den Besuch der Bankfiliale in der Nähe:

 

1. Regionaler Bezug – Berater kennen sich vor Ort aus

Wo wird demnächst ein neues Baugebiet ausgewiesen? Welche Baufirmen in der Region arbeiten zuverlässig? So etwas erfahren Kunden im Beratungsgespräch durchaus, wenn sie eine Bank vor Ort aufsuchen. Der Grund: In der Regel kennen sich die Berater gut in der Region aus, weil die Banken oftmals gut vor Ort vernetzt sind.

 

2. Ganzheitliche Betrachtungsweise

Vielfach pflegen Bankkunden ein langjähriges Verhältnis zu ihrer örtlichen Regionalbank. Das kann von Vorteil sein, wenn es beispielsweise um ein großes Vorhaben wie dem Hausbau und die dazugehörige Baufinanzierung geht. So kennen Bankberater ihre Kunden oftmals seit Jahren – und können so gezielt ein Finanzierungsangebot unterbreiten, das zu den Bedürfnissen des Kunden passt. Dazu gehört auch die Aufklärung über die Absicherung der existenziellen Risiken.

 

3. Vertrauensverhältnis dank fester Ansprechpartner

Oftmals betreuen die Mitarbeiter der Bank vor Ort ihre Kunden über viele Jahre und es entsteht ein Vertrauensverhältnis. Daher fällt es vielen Kunden leichter, zu wichtigen und komplexen Themen wie etwa der privaten Altersvorsorge oder der Finanzierung einer Wohnung als Kapitalanlage sich an einen festen Ansprechpartner wenden zu können, der sie berät.

 

4. Kurze Wege

Auch in Zeiten von Videochat und Smartphone bevorzugen viele Bankkunden die persönliche Beratung. Doch in ländlichen Regionen kann der Weg zur nächsten Filiale einer Großbank mitunter weit sein. Die Bank vor Ort punktet in der Regel mit Nähe und guter Erreichbarkeit.

 

5. Baufinanzierung: Bessere Chancen für Selbständige

Insbesondere in ländlichen Gegenden sind oftmals eher die Sparkassen sowie die Genossenschaftsbanken vor Ort. Diese Banken bieten üblicherweise auch Selbständigen aus der Region die Möglichkeit, einen Immobilienkredit zu erhalten. Anders ist es bei Direktbanken. Hier hat es diese Kundengruppe oftmals eher schwer, die Zusage für einen Immobilienkredit zu erhalten.

 

6. Baufinanzierung: Die Bank vor Ort kennt lokale Fördermaßnahmen

Viele Kommunen bieten spezielle Förderprogramme für bestimmte Vorhaben wie etwa den Hausbau oder energetische Sanierungen an. Auch auf Länderebene gibt es solche Fördermittel. Die Berater der Bank vor Ort kennen sich mit diesen Fördermöglichkeiten in der Regel gut aus und können sie beim Erstellen eines  Finanzierungsangebots gleich mit berücksichtigen.