Smart Home – Die Kosten für ein vernetztes Zuhause?

Smart Home-Technik erfreut sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. So nutzen einer im Sommer 2020 durchgeführten Umfrage des Digitalverbands Bitkom zufolge mittlerweile rund vier von zehn Verbrauchern Smart Home-Anwendungen. Damit ist der Anteil von Haushalten, die beispielsweise auf vernetzte Sicherheitssysteme oder intelligente Heizkörperthermostate setzen, gegenüber 2018 deutlich gestiegen. Seinerzeit gab rund jeder vierte Umfrageteilnehmer an, Smart Home-Angebote zu nutzen.

Wie die Umfrage weiter belegt, spielt das Thema Energiesparen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für smarte Anwendungslösungen. So nannten 52 Prozent der Befragten mehr Energieeffizienz als Grund für die Nutzung. Allerdings halten die Kosten viele Verbraucher davon ab, ihren Haushalt smarter zu gestalten. So halten 42 Prozent derer, die noch keine Smart Home-Anwendungen nutzen, die Kosten für zu hoch.


Aufrüstung zum Smart Home kostet um die 2.000 Euro

Einen Überblick über die Kosten für das Aufrüsten von Wohnung oder Haus zu einem smarten Zuhause bietet das Karlsruher Verbraucherportal home&smart, die Daten basieren auf der Auswertung der hauseigenen Produktdatenbank. Das Ergebnis: Für das Aufrüsten sollten rund 2.000 Euro einkalkuliert werden, wobei die Kosten von verschiedenen Faktoren abhängen und auch höher oder niedriger ausfallen können, wie home&smart betont. Zudem sei der Preis nicht das einzige Kriterium, das bei der Auswahl eines Smart Home-Systems berücksichtigt werden sollte. So stehen Interessenten zunächst vor der Frage, ob sie auf Funktechnologie oder ein leitungsgebundenes System setzen sollten. Letzteres ist aufgrund der damit verbundenen Handwerksarbeiten zum Verlegen der Leitungen teurer. Daher kommt es eher für Eigentümer als für Mieter in Betracht. Für ein solches System sind laut home&smart mehr als 7.000 Euro für eine 73-Quadratmeter-Neubauwohnung zu veranschlagen. Der Vorteil dieser teuren Lösung: Sie ist unabhängig vom Internet und damit auch weniger störungsanfällig.


Flexibel und kostengünstiger: Funkbasierte Systeme

Für ein funkbasiertes System wie etwa Qivicon sind hingegen etwa 4.000 Euro zu veranschlagen, um eine Vier-Zimmer-Wohnung zu vernetzen, ein Single-Haushalt lässt sich für rund 2.300 Euro mit einem Apple HomeKit vernetzen, heißt es von home&smart. Die geringeren Kosten im Vergleich zur Festinstallation ergeben sich auch daraus, dass der Anwender diese Geräte selbst montieren kann. Hierfür ist lediglich ein Grundverständnis für den Umgang mit Smartphone und PC erforderlich. Den Vorteil solcher Systeme sieht home&smart-Technikspezialist David Wulf darin, dass sie bei einem Umzug im neuen Zuhause weitergenutzt werden können.


Vor der Auswahl auf Erweiterungsmöglichkeiten achten

Vor der Entscheidung für ein funkbasiertes System sollten Interessenten das Angebot an erweiterbaren Komponenten sowie die Kompatibilität zu anderen Funk-Systemen und Plattformen wie etwa Alexa oder Apple HomeKit beachten. Der Vorteil solcher offenen Systeme: Es können Anwendungen verschiedener Hersteller eingesetzt werden – beispielsweise die preiswerteren smarten Leuchtmittel von Ikea in Verbindung mit dem teureren Philips Hue-System und dem Apple HomeKit. So lässt sich sicherstellen, dass sich das Smart Home-System nach und nach preiswert erweitern und ergänzen lässt. Ein Auswahlkriterium bildet auch die Art der Steuerung. So können Sie Systeme per Sprachsteuerung bedienen. Bei anderen kommt ein Tablet zum Einsatz. Alternativ kann die Steuerung auch über Wandschalter erfolgen.

Außerdem sollte auch berücksichtigt werden, dass für die Smart Home-Lösung monatliche Kosten für die Bereitstellung des Fernzugriffs per Smartphone oder beispielsweise das Speichern von Überwachungsvideos entstehen. Home&smart zufolge sind hierfür etwa fünf bis zehn Euro monatlich zu veranschlagen, Energiekosten eingerechnet.


Kostengünstiger Einstieg möglich

Wer zunächst die Kosten für eine Smart Home-Lösung gering halten will, kann als erstes ein Starterset kaufen und sich schrittweise herantasten. Solche Sets sind bereits ab 150 Euro zu haben, ein Vergleich ist allerdings nicht einfach, da die Sets sich im Umfang teils deutlich unterscheiden. Wichtig ist dabei, auf problemlose Erweiterungsmöglichkeiten zu achten.

Zudem gibt es interessante Fördermöglichkeiten der Smart Home-Technik.